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Chronik Narrengilde
In Reute gab es schon immer Bürger, die Freude an närrischem Treiben hatten. Dankbar denken wir dabei an unser verstorbenes Ehrenmitglied Paul Schurer, der die Narrengilde über viele Jahre, zuerst als Chronist, später als Gildemeister geprägt hat. In dieser Zeit hat er sich sehr viel mit der Erforschung der örtlichen Fasnet beschäftigt. Das älteste Zeugnis, das er finden konnte, war ein Tanzverbot, das Antonius Johler in seiner Funktion als Abt des Augustiner-Chorherrenstifts St. Peter zu Waldsee am 10. Februar 1756 für das Gebiet seiner Grundherrschaft verfügt hatte.

Die Tradition der Fasnetsumzüge, die bis 1914 jedes Jahr veranstaltet wurden, setzte man 1939, 1950 und 1961 wieder fort. 1961 entstand die heutige Narrengilde. Erinnerungsfotos beweisen, dass schon bald nach Kriegsende die Pflege des Fasnetsbrauchtums wieder aufgenommen wurde. Die Stammgruppe bildeten die Zigeuner: Zigeunervater und -mutter waren schon damals zusammen mit den Scherenschleifern, der Musik und einem Bären unterwegs, um in den Häusern zu betteln und ihre Handelsware zu verkaufen. Schließlich muss-ten ja die „Gutzle“ sowie Wurst und Wecken für die Kinder finanziert werden! Die Zigeunerinnen machten sich damals bereits im Sommer an die Arbeit und sammelten Kräuter und Tee. Die getrocknete Ware wurde in kleinen Tüten verpackt während der Fasnet „verschnurrt“.

Der lose Verband aktiver Fasnetsfreunde schloss sich 1963 zu einem Verein zusammen. Bei der Gründungsversammlung am 7. Dezember 1963 im Gasthaus „Hirsch“ in Reute waren 66 Personen anwesend.


Bild Chronik

In den ersten Vereinsjahren wurde die Fasnet ausschließlich in der eigenen Gemeinde gefeiert. Neben der Handelstätigkeit der Zigeuner, die seit jeher auch das Narrenrecht bei der Gemeinde abgeholt haben, galt es, den Bürgerball samt Programm und einen Umzug zu organisieren. Die Umzugs-Teilnahme der umliegenden Ortschaften war immer groß. Da jede Fasnet unter einem anderen Motto stand, wurden das ganze Jahr über von den Männern in mühevoller und zeitaufwendiger Arbeit prächtige Wagen gebaut, während die Frauen mit dem Nähen der Kostüme beschäftigt waren.

Das Gildewappen wurde 1964 von Ernst Fässler aus Weingarten nach einem Entwurf von Hannelore und Franz Schnell aus Durlesbach handgeschnitzt. Um das Wappen von Reute in der Mitte zeigen sich Goiß, Schussentäler, Riedrälle und ein Clown als Anführer des Narrensamens.

1966 machte den Reutener Narren die Maul- und Klauenseuche einen Strich durch die Rechnung. In der Chronik steht geschrieben:
"Um die Gefahr der Seucheneinschleppung nicht zu vergrößern, fallen sämtliche Veranstaltungen der Narrengilde aus. Die Gilde übernimmt keine Verantwortung. Wird die Seuche auf irgendeine Art eingeschleppt, so kann in keinem Fall die Reutener Fasnet dafür verantwortlich gemacht werden. Der Chronist (Paul Schurer)."

Das Jahr 1974 brachte wesentliche Veränderungen mit sich: Erstmals veränderten Maskenträger das Umzugsbild – auch bei den Auswärts-umzügen in Eberhardzell, Baienfurt und Bad Schussenried! Außerdem fand am 2. Februar die erste „Goißawäsch“ statt. Am 26. Oktober 1974 wurde die Narrengilde Mitglied im „Alemannischen Narrenring“.

In der Fasnet 1975 bekamen Vorstandschaft und Narrenrat ein edles Häs. Mit dem Gildehut wurde ein weiterer Wunsch erfüllt: seither ziert der schwarze Filzhut mit bunten Federn die Häupter der aktiven Narren bei offiziellen Anlässen. In dieser Fasnet war die Narrengilde bereits siebenmal bei befreundeten Zünften zu Gast. 1980 hatte die Narrengilde bereits 220 Mitglieder. Das 25-jährige Jubiläum 1988 wurde gebührend gefeiert. Der Jubiläumsumzug mit über 3000 Maskenträgern aus 40 Zünften übertraf alle Erwartungen. So ein Spektakel hatte Reute bis dahin noch nicht gesehen!

Im Jahre 1990 zählte der Verein 315 Mitglieder. Am 18. Januar 1991 rief das Präsidium des ANR die Mitgliedszünfte zusammen. Es wurde beschlossen, wegen des Golfkrieges alle Fasnetsveranstaltungen abzusagen. Die Narrengilde schloss sich dieser Entscheidung an. Die Reutener Narren übernahmen am eigentlichen Umzugstag die Gestaltung des Sonntagsgottesdienstes, um mit der Gemeinde für den Weltfrieden zu beten. Seither gestaltet die Narrengilde jährlich diese Gemeindemesse. Die Feier des Gottesdienstes umrahmt von Schalmeientönen der „Durlesbach Schalmeien“ ist immer ein wichtiger und würdiger Beginn des Umzugssonntages, dem anschließend der Zunftmeisterempfang und als Höhepunkt der Reutener Fasnet der Umzug folgen.

Im Frühjahr 2001 wurde der Jahreshauptversammlung und dem Konvent des ANR die neue Maske der Schwaaz Ageth vorgestellt. Damit hat der Schussentäler nun auch eine Frau zur Seite bekommen.

Derzeit sind unter den 395 Mitgliedern ca. 100 aktive Maskenträger. Am 28. Dezember 1963 fand kurz nach der Gründung die erste Hauptversammlung der Narrengilde statt. Die Themen lauteten damals: Narrenmotiv, Zuggestaltung, Bürgerball und Fasnetsveranstaltungen im allgemeinen. Diese Themen sind in all den Jahren bis zum heutigen Tag aktuell geblieben. Das Motto beim 10-jährigen Jubiläum der Narrengilde lautete: „So wiea scho a mol.“ Auch wenn sich das Rad der Zeit weitergedreht hat, haben sich alle aktiven Mitglieder, vor allem aber Vorstandschaft und Narrenrat „wiea scho a mol“ auf das 40-jährige Vereinsjubiläum vorbereitet und freuen sich nun auf die Festveranstaltungen.

Bild Zunftmeisterempfang


© Narrengilde Schussentäler e.V. Reute
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