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Das Zigeunervolk
Aus dieser wohl traditionsreichsten Gruppe ist die Reutener Fasnet Mitte der Fünfziger Jahre entstanden. Schon lange vor der Gründung der Narrengilde haben die Zigeuner Fasnet gefeiert und einen Umzug in Reute organisiert. Dabei nahm das Zigeunervolk mit vielen Wagen und Ulkgruppen teil. Als die Gruppen immer größer wurden, entschloss man sich 1963 zur Gründung des Vereins.

Schon damals war das Sammeln und Schnurren von Geld und Waren in Reute und Umgebung Aufgabe des Zigeunervolkes. Bei den Bauern wurde Frucht, Mehl, Eier u.v.m. geschnurrt, bis am Abend der Planwagen randvoll war. Diese Waren wurden dann an Müller und Bäcker verkauft. Mit dem Erlös hat man früher wie heute Wurst und Wecken gekauft und damit die Kinder beschenkt.

Wie es sich für richtige Zigeuner gehört, wird auch ein „Tanzbär“ mitgeführt. Dieser ist mit dem Bärentreiber und der Zigeunermusik unterwegs und bringt die Fasnet in die Häuser. Auch die Scherenschleifer gehören von Anfang an dazu. Meist aus zwei Personen bestehend, werden sie mit ihrem Schleifstein von Haus zu Haus geschickt, um stumpfe Messer und Scheren gegen Entlohnung zu schleifen. Die Zigeunerpaare gehen mit dem mit Kurzwaren wie Sternlesfaden, Schuhcremebürsten, Mausfallen und vielen Süßigkeiten gefüllten Schnurrerkorb in die Häuser, um zu verkaufen und zu handeln.

Dass das Schnurren ein nicht wegzudenkender Brauch ist, zeigt sich daran, dass auch heute noch an den drei Schnurrertagen Gumpiger Donschtig, Rußliger Freitig und Fasnetssamstag immer noch in den gleichen Ortsteilen geschnurrt wird wie früher. Gegenüber den Anfangsjahren, als man kreuz und quer durch Reute zog, werden die Schnurrerpaare heute auf die verschiedenen Ortsteile aufgeteilt.

Bild Zigeuner


Das erste wichtige Amt an der Fasnet ist am Gumpigen die Schülerbefreiung in den Schulen. Mit Musik und Geschrei werden die Schüler von der Schule befreit. Weiter geht es in die Kindergärten, wo bereits alle geschminkt sind und sich mit Vorführungen auf die kommenden närrischen Tage freuen. Dann trennen sich die Wege der einzelnen Zigeunerpaare, um ihre Waren zu verkaufen und für die Fasnet zu sammeln. Dabei steht immer der Frohsinn und die Narretei im Vordergrund. Am Abend trifft man sich in den Gaststätten, um über die Erlebnisse zu berichten. Meist geht dies bei geselliger Runde bis in den frühen Morgen und die Ereignisse werden zunehmend wilder.

Mit gekochten Kartoffeln und stinkigem Käs am frühen Morgen stärkt man sich für den kommenden Schnurrertag. Mit viel Einsatz, Sitzfleisch und einigen zu gehenden Kilometern möchte man einen erfolgreichen Tag erleben.

Am Abend des Fasnetssamstag ist man dann froh und heiter, wieder einmal an drei schönen Schnurrertagen in bester Laune dabeigewesen zu sein.


© Narrengilde Schussentäler e.V. Reute
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